Markt Egloffstein

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Streik in der KiTa ELMAR Egloffstein


Nach der letzten Runde hatten die Gewerkschaften die Tarifverhandlungen für die bundesweit 240.000 Erzieher in kommunalen Einrichtungen in der vergangenen Woche für gescheitert erklärt und nach einer Urabstimmung unter den Mitgliedern zu einem unbefristeten Streik aufgerufen. Es ist durchaus möglich, dass auch einige Mitarbeiterinnen unserer KiTa ELMAR Egloffstein ab Montag, 11.05. die Arbeit niederlegen und es dadurch zu Engpässen in der Betreuung kommen wird.

 

Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordern eine finanzielle Aufwertung der Erziehungsberufe unter anderem durch eine höhere Eingruppierung. Das würde laut den Gewerkschaften eine durchschnittliche Einkommensverbesserung von zehn Prozent bedeuten. Nach Angaben der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) beläuft sich die Gesamtforderung bundesweit auf 1,2 Milliarden Euro.

 

Der Markt Egloffstein ist nicht Mitglied im kommunalen Arbeitgeberverband und somit streng genommen auch nicht an Tarifabschlüsse gebunden. Im Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung hat der Markt Egloffstein bisher die Tarifabschlüsse der beteiligten Tarifparteien 1 : 1 übernommen. So partizipierten z. B. alle Beschäftigten des Marktes Egloffstein von den letzten Tarifrunden im Jahre 2014 mit einer Erhöhung um 3,0 % und im Jahre 2015 mit einer Erhöhung um 2,4 %. Für die Erziehungsberufe fordern die Gewerkschaften nun zusätzlich eine andere Eingruppierung, die eine weitere Gehaltssteigerung von rund 10 % mit sich bringen würde. Unsere Erzieherinnen sind in Anlehnung an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) aktuell in den Entgeltgruppen 8 bzw. 9 eingestuft. Innerhalb der jeweiligen Entgeltgruppen gibt es je nach Dauer des Beschäftigungsverhältnisses noch die sog. Entwicklungsstufen. Unsere Erzieherinnen sind in den Entwicklungsstufen 4 bis 6 eingestuft, dies führt zu einem monatlichen Grundgehalt zwischen 2.904,64 € und 3.931,43 € brutto bei 39 Stunden / Woche. Eine Entgelterhöhung, wie von den Gewerkschaften angestrebt, würde zu Personalmehrausgaben in unserer Kindertagesstätte von rund 38.000 € pro Jahr führen.

 

Ein Streik ist normalerweise ein sehr wirksames und wichtiges Arbeitskampfmittel gegen die Arbeitgeber, weil sie ihn in eine wirtschaftliche Zwangslage bringen. Das funktioniert aber nur dort, wo der Arbeitgeber auch ein Wirtschaftsunternehmen ist und in diesen Strukturen denken muss um zu überleben.

 

Die kommunalen Träger der Kindergärten sind aber gerade keine Wirtschaftsunternehmen. Sie sind steuerlich finanziert, haben keine Auftraggeber, Auftragnehmer oder Kunden, die ihr Geld zurück oder Schadenersatz haben wollen und damit drohen, ihre Aufträge anderweitig zu vergeben. Ist der Arbeitgeber, wie bei den bestreikten Kitas, die öffentliche Hand, trifft so ein Streik in erster Linie die Eltern der betreuten Kinder ohne wirtschaftliche Folgen für den Träger der Einrichtung. Ein krasser Kontrast zu einem Streik bei der Lufthansa oder bei Siemens, zum Beispiel. Auf der anderen Seite bietet der öffentliche Dienst seinen Beschäftigten auch einen krisensicheren Arbeitsplatz am Wohnort mit zahlreichen sonstigen Vergünstigungen (z. B. Jahressonderzahlung, Entgeltumwandlung in der Zusatzversorgung, Rabatte bei Versicherungen etc. etc.). Aus diesen Gründen kommt es im öffentlichen Dienst auch zu relativ wenigen Arbeitsniederlegungen in Form von Streiks.

 

Ein Streik und das dadurch gewünschte Durchsetzen von Gehaltserhöhungen treffen die Eltern der betreuten Kinder gleich in zweifacher Hinsicht. Während des Streiks kann das Kind nicht betreut werden und ein Elternteil muss evtl. Urlaub nehmen oder mühsam erarbeitete Überstunden abfeiern. Da sich die Kindertagesstätten zum Teil auch über Gebühren der Eltern finanzieren, muss in der Folge einer Steigerung der Personalkosten auch über eine Gebührenerhöhung nachgedacht werden. Besonders hart wären hiervon die sozial benachteiligten Einkommensgruppen der Eltern oder alleinerziehende Personen betroffen, da sie fast keine andere Wahl haben, als ihr Kind in Obhut einer Kindertagesstätte zu geben, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

 

Wir werden im Rahmen der Möglichkeiten versuchen, während des Streiks eine „Notbetreuung“ für die Kinder unserer Gemeinde aufrecht zu erhalten, bitten jedoch gleichzeitig um Verständnis, dass die Betreuung nicht in der gewohnten Qualität und Quantität erfolgen kann. Bitte prüfen Sie, ob Sie eine alternative Betreuung Ihres Kindes innerhalb der Familie, bei Nachbarn, Freunden etc. haben und sprechen Sie mit den nicht am Streik teilnehmenden Mitarbeiterinnen über die Betreuungsmöglichkeiten innerhalb der KiTa ELMAR.

 

Herzlichen Dank für Ihr Verständnis!

Stefan Förtsch

1. Bürgermeister





 


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